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Wie Bewegung das Kindergehirn entwickelt, und ihr Verhalten mitbestimmt

Es geht wieder einmal laut zu und her. Vielleicht tobt es auch gerade wie ein Wirbelsturm im Kinderzimmer. Eventuell ist auch weder ein Fokus noch eine klare Impulskontrolle vorhanden. Ist das nun ein freches Kind oder ein sich entwickelndes Nervensystem, welches nach Stimulation sucht?


Vielleicht kommen dir die oben beschriebenen Szenen bekannt vor. Vielleicht fragst auch du dich manchmal, weshalb die Liebsten zu impulsiv reagieren, unruhig und hibbelig kaum sitzen können und zu allem hin noch laut werden.


Betrachten wir das Ganze aus der Sichtweise des Nervensystems des Kindes (oder deines eigenen) 😉



Ich will überleben!

Richtig! Die wichtigste Aufgabe unseres Nervensystems und Gehirns ist unser Überleben zu sichern. Dazu haben wir bereits von der Geburt an einige Verknüpfungen im Gehirn, welche dies ermöglichen.


Das Herz schlägt, die Lunge versorgt uns mit Sauerstoff, wir melden uns durch Schreien, wenn wir Hunger haben und die Verdauung gibt ihr Bestes. Das ist dann aber eigentlich schon fast alles. Der Rest der Milliarden von Nervenzellen im Gehirn ist noch nicht verknüpft, und bietet uns somit ein Potential für unsere Entwicklung.


Wenn wir als Kinder (und auch in jedem anderen Alter) beginnen zu klettern, balancieren, krabbeln oder spielen, passiert weit mehr als nur einfach «Bewegung». Bewegung ist grundsätzlich das Wichtigste um zu Überleben und um unser Gehirn zu entwickeln. So erhält das Gehirn und seine Nervenzellen wichtige Informationen über die Umwelt, über den Gebrauch der Sinne, das eigene Körpergefühl und mehr.


Es werden also Verknüpfungen angeregt, welche uns später durch das ganze Leben begleiten.




Kinder auf einer Schaukel
Kinder beim spielerischen Aktivieren mehrerer Sinnesorgane auf einer Schaukel.


Durch das ganze Leben?

Ja genau. Bewegung ist nicht nur rein motorischer Natur. Aktiviert werden gleichzeitig Areale und Bereiche, die für die sogenannten exekutiven Funktionen verantwortlich sind: Impulskontrolle, Arbeitsgedächtnis, soziale Skills und viele weitere.


Genau diese Fähigkeiten brauchen wir alle, um uns zu konzentrieren, Gefühle zu regulieren und überlegt, anstatt impulsiv zu handeln.


Das Gehirn ist also auf Signale, welche durch Bewegung und Interaktion erzeugt werden, angewiesen, um zu wachsen und all seine Funktionen auszubilden.


Was zeigt das Nervensystem deines Kindes?

Könnte es sein, dass nicht einfach ein «unruhiges & zappeliges» Kind (oder auch Erwachsener) vor dir steht, sondern ein Nervensystem, welches versucht durch motorische Aktivierung mehr Stimulation zu erhalten?


Das Gehirn, und sein Drang nach Überleben, sucht sich seine eigenen Strategien, um das System zu regulieren. Fehlen aufgrund von mangelnder Aktivität sensorische Informationen, sind Zappeln und Schreien eigentlich eine clevere Idee diese zu erzeugen.


Die Frage könnte also auch sein; Was wird momentan im Nervensystem meines Kindes als nicht sicher interpretiert? Und welche Stimulation oder gar Inhibition von Reizen braucht es gerade?



Gesunde Gehirnentwicklung und Familienleben fördern

Ein vielseitiges Bewegungsangebot mit reichhaltigen sensorischen Erfahrungen sind Grundlagen für eine gesunde Entwicklung des Gehirns und seinen Funktionen. Also krabbeln, wenden, drehen, spielen, ertasten, und mehr.


Mutter mit Tochter in der Küche


Im Format Synapsen – Kracher für Eltern gehen wir gezielt auf die Punkte der Regulation des Nervensystems, der Entwicklung der exekutiven Funktionen und den Auswirkungen unseres Lebensstils auf die Gehirnentwicklung ein.


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